Finanzstrategie

Meine Erfahrungen

Ich würde behaupten, überdurchschnittlich viel Erfahrung im Thema Geldanlage zu haben. Leider, denn es gibt spannendere Themen im Leben.

Ich habe einfach viel ausprobiert. [klick]

Sparbuch
tägliche Verfügbarkeit am Bankschalter
geringe Zinsen

Aktien
Siemens, Allianz und zum Glück nicht Bayer, die nach dem Kauf von Monsanto wegen der Glyphosat-Klagen in den USA weniger wert sind, als vorher 😮

Tagesgeld
tägliche Verfügbarkeit online
relativ geringe Zinsen

aktive Fonds
Bei meiner Bank gab es immer wieder den „Fonds des Monats“. Manche habe ich dann gekauft, weil sie preiswert waren und das war oke. Irgendwann hatte ich 7 verschiedene Fonds, die oft in dieselben Aktien investiert hatten = Unsinn.
Untersuchungen zeigen, dass aktive Fonds auf lange Sicht selten besser, aber oft schlechter abschneiden, als ETFs.

ARERO
Weltweite Aktien, REnten, ROhstoffe in einem Fonds. Mehr Diversifikation geht kaum Im Vergleich zu anderen aktiven Fonds ist ARERO mit 0,5 % preiswert. Bevor ich zu ETFs wechselte, war das daher meine primäre Anlage.
Die Investition in Renten und Rohstoffe soll den Fonds weniger anfällig für plötzliche Kursschwankungen machen. Das mag sein, doch im Vergleich mit einem klassischen MSCI World ETF ist dessen Wertsteigerung um so viel höher, als die des ARERO, dass auch größere Kurseinbrüche gar nicht ins Gewicht fallen.
Vergleich Amundi MSCI World UCITS ETF EUR Acc. versus ARERO Weltfonds

Anleihen
Immer, wenn ich mal 1.000 € übrig hatte und bei meiner Bank eine Anleihe für ein Unternehmen angepriesen wurde, das ich als liquide beurteilte, kaufte ich einen Anteilsschein und freute mich nach einem Jahr über die 7-10 % Zinsen.
Das tat ich so lange, bis ich mal 10.000 € übrig hatte. Da kaufte ich 10 Anleihen der Commerzbank. Die konnten ihre Aktien nicht auf dem Niveau halten und zahlten mich nach einem Jahr mit deren Aktien aus. Tolle Wurst, denn das entsprach faktisch einem Verlust von 50 %. Nun lasse ich Anleihen lieber Profis kaufen.

geschlossene Fonds
Vor Jahren investiert ich einen 5-stelligen Betrag in einen Containerfonds. 7 % p.a. waren realistisch und wurden lange auch wie geplant realisiert. Doch gab es Probleme auf dem Markt und ich verlor insgesamt zwar nur ein paar hundert €, aber ich hätte freilich viel mehr profitiert, wenn ich das Geld stattdessen in einen breiten ETF getan hätte.
Ich hatte schlichtweg Glück, dass ich nicht auf den falschen Anbieter gesetzt hatte. Eine Freundin hatte bei P+R investiert, die 2018 pleite gingen. Einer der größten Betrugsfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Crowdinvesting
Über ein Onlineportal werden Kleinkredite z.B. an Start-ups oder Bauherren vergeben. Dumm nur, dass es sich um Nachrangdarlehen handelt. Geht das Unternehmen pleite, werden diese Nachrangdarlehen zum Schluss befriedigt = in aller Regel geht man dann leer aus.
Mit solchen Nachrangdarlehen habe 4000 € verloren und vielleicht 300 € gewonnen. Als reiner Invest ist das zu riskant. Mit Idealismus (ich habe u.a. in eine Krebstherapie investiert) kann ich das eher verschmerzen, lasse es aber inzwischen.

Evergreen
Gut 4 Jahre hatte ich 1/3 meines Vermögens bei Evergreen investiert. Anders als, bei allen anderen automatisierten Geldanlagen wird nicht in verschiedene Fonds investiert, sondern in das spezielle Finanzinstrument Futures. Die können im Gegensatz zu Fonds zu einem Bruchteil der Kosten ge- und verkauft werden. Durch tägliche Kontrolle kann Evergreen sehr schnell auf sich stets ändernde Märkte reagieren.
Soweit die Theorie.
In der Praxis kam mein Depot bei Evergreen (mir) zu lange nicht aus der Verlustzone heraus, geschweige denn in die Gewinnzone. An einer Prämie für eine Weiterempfehlung wird das deutlich: Am 07.12.2021 bekam ich von Evergreen 20 € in einem virtuellen ‚Sparschwein‘ auf deren Plattform und ließ sie dort liegen.
Rückblickend war Dezember 2021 freilich ein denkbar schlechter Zeitpunkt zum Investieren, denn im Februar 2022 überfiel Russland die Ukraine und die Kurse stürzten weltweit ab.
Am 31.07.2024 betrug der Wert des Sparschweins 19,25 €. Hätte ich die 20 € damals in einem weltweiten ETF (MSCI World) investiert, wären es laut des MSCI-World-Rechners immerhin 25,06 €.
So sympathisch mir die Evergreen-Gründer sind und so nachhaltig sie ihr Portfolio auch umbauen – ich empfehle es nicht mehr.

ETFs 👍

    Inzwischen kann man sich im Internet auf seriösen Plattformen (FinanzTest, Finanztip, Finanzfluss) sehr gut informieren. Das hätte mir viel Zeit und vor allem Geld gespart.

    Ziel festlegen

    Doch wofür möchte ich denn überhaupt Geld ansparen? Das könnte eine Sache sein, die man sich nicht einfach so leisten kann, eine lange Reise oder die Ausbildung eines Kindes. Ein Ziel sollte man mit einer Zahl, einem Preis, auszeichnen. Das macht bewusst, wie viel man aufbauen muss und dadurch auch, wie lange das dauern kann..

    Mein Ziel war lange der allgemeine Klassiker der Ü50: Geld fürs Alter zurücklegen. Da hätte ich auch in langfristige Anlagen investieren können.
    Inzwischen schauen wir nach einer Immobilie. Das schließt bestimmte Anlageformen (Festgeld) aus.

    Informieren

    Mit den Infos von FinanzTest, Finanztip und Finanzfluss konnte ich meine Strategie entwickeln. Inzwischen interessiert mich das Thema nicht mehr sehr – anscheinend habe ich die für MICH passende Geldanlage gefunden.

    Meine Strategie: simpel, solide, seriös – aber nicht nur 😉

    1. Notgroschen!
    2. Aufbauen – zwei Drittel in einen ETF
    3. Absichern – ein Drittel in keinen ETF
    4. Irgendwas zum Spielen

    Notgroschen (finanzielles Polster)

    Beim Notgroschen sind sich die meisten seriösen Finanzberater einig: Ein finanzielles Polster sein!
    Der Begriff Notgroschen ist vielleicht etwas irreführend, denn hierbei sind mitnichten ein paar Groschen gemeint, sondern ein Vielfaches davon.

    Viele bauen diesen Notgroschen intuitiv auf, damit unerwartete Ausgaben nicht gleich zu einem großen Problem werden. Falls die Waschmaschine kaputtgeht oder man die Kaution einer Wohnung bezahlen muss, braucht man das Geld sofort. Wer da kein finanzielles Polster hat, muss sich Geld leihen, was in dieser Notlage meist Nachteile hat – falls man überhaupt Geld geliehen bekommt.

    Oft genug treten diese unerwarteten Ausgaben als Kombi auf. Gerade aus dem Urlaub zurück und schon kam der Zuschlag für die Traumwohnung. Die 2700 Taler für die Kaution kann man gerade noch so berappen. Doch der Umzug kostet noch mal 1000 Taler und dabei geht die Waschmaschine kaputt. Da kann die Luft finanziell schnell dünn werden.

    Wie immer gibt es unterschiedliche Meinungen, wie groß das finanzielle Polster sein sollte. 3-6 Netto Monatsgehälter empfehlen die meisten.
    Für mich halte ich gut 3 Nettogehälter für ausreichend, da ich eine meiner Geldanlagen notfalls relativ schnell auszahlen lassen könnte.

    Theoretisch kann man das finanzielle Polster auf dem Girokonto haben. Doch das ist unübersichtlich und verleitet oft dazu, das Polster für mehr oder minder schwere ‚Notfälle‘ auszugeben.

    Besser ist es, das Geld aus dem täglichen Blick zu bekommen. Ich parke meinen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank, auf dem es zudem gerade wieder angemessene Zinsen gibt.

    Aufbauen

    Nun geht es endlich um den eigentlichen Teil der Geldanlage. Die Herausforderung dabei besteht stets darin, die Balance zwischen Sicherheit und Risiko zu finden, die sich für einen selbst gut anfühlt.

    Wer das eher ‚ausprobieren‘ möchte, würde vielleicht in etwas investieren, das spannend klingt. Also z. B. der angebliche Aktien-Geheimtipp oder eine Beteiligung an einem Start-up oder eine Kryptowährung.
    Da passiert dann oft richtig was und es macht Spaß auf die sich schnell ändernden Kurse zu gucken.

    Oft genug entpuppt sich der Geheimtipp aber als gar nicht so geheim (besonders bei YouTube werden eher selten Geheimnisse geteilt 🤭) oder der Kauf von Kryptowährung funktioniert zwar reibungslos, doch der Verkauf nicht und man bleibt auf den 100.000 virtuellen Kryptotalern sitzen.

    Vermutlich hat sich jeder so schon einmal eine Geldanlage in den Sand gesetzt (s. o.). Bei den meisten waren die Beträge dann eben Lehrgeld.
    Bitter nur, wenn es das gesamte Vermögen war, mit dem eigentlich die Ausbildung der Kinder finanzieren oder man die Rente aufbessern wollte.

    Welche Anlageform?

    Das Geld einfach auf dem Konto liegen lassen ist zwar sicher, doch dann wird es durch die Inflation stets weniger wert.

    Als sicher gilt Festgeld, bei dem man den Betrag für einen fixen Zeitraum, meist 3 Monate bis 1-5 Jahre, fest anlegt. Während dieses Zeitraums kann man selbst kann nicht über das Geld verfügen, sondern die Bank nutzt das Geld zu ihren Gunsten an. Nach Ablauf der Frist gibt es dann ein paar Prozent als Zins.
    Mir war Festgeld bisher immer zu ‚fest‘. Flexibilität ist mir wichtiger, als ein paar Zehntelprozent.

    Mit Aktien hatte ich bisher am meisten Glück. Bei Siemens und Allianz gab es fast jedes Jahr Mitarbeiteraktien zu einem günstigen Kurs und beide Aktien steigerten ihren Wert ständig und noch dazu gab es immer eine Dividende, eine jährliche Ausschüttung.

    Dennoch habe ich alle Aktien einzelner Unternehmen wieder verkauft. Denn auch die scheinbar gesündesten Unternehmen verzeichnen immer wieder mal krasse Verluste (1996 Telekom, 2018 Bayer AG) oder gehen sogar pleite (2020 Wirecard).

    Wer sein ganzes Geld in eine dieser Aktien investierte, musste sich schlimmstenfalls mit einem Totalverlust abfinden.

    Fonds können dieses Problem lösen. Sie investieren nicht nur in Aktien eines Unternehmens, sondern in verschiedene. Wenn eines der Unternehmen nicht so erfolgreich ist, kann das bestenfalls durch die anderen ausgeglichen werden.

    Mit der Frage, in welche Aktien ein Fonds investieren soll, beschäftigen sich Investmentbanker:innen und versuchen die Unternehmen zu finden, deren Wert in der nächsten Zeit am meisten ansteigt.
    Das funktioniert mehr oder minder gut, weil keiner die magische Glaskugel hat und ist vergleichsweise teuer, weil diese Investmentbanker:innen nicht gerade zu den Geringverdienern gehören.
    Die Anbieter der Fonds lassen sich das Wissen, also eher den festen Glauben daran, gut bezahlen. Eine jährliche Gebühr von 1-5 % behalten die Fondsgesellschaften ein.

    Die Arbeit der Investmentbanker:innen kann man sich sparen. Denn beispielsweise gibt in Deutschland 40 sehr erfolgreiche Unternehmen. Deren aktueller Wert wird durch den Deutschen Aktienindex (DAX) abgebildet. Wenn man also in all diese 40 Aktiengesellschaften investiert bzw. in einem Fonds bündelt, kann ein Unternehmen davon Verluste machen, ohne dass gleich das ganze Geld in dem Fonds verloren ist.

    Exchange-Traded Funds

    Da sich diese Fonds an einem Index orientieren, nennt man sie Indexfonds bzw. kurz ETF.

    Um herauszufinden, welche Aktien solch ein Index enthält, braucht es keine teuren Investmentbanker:innen – das könnte die Azubine oder Du (s. Wikipedia alle Unternehmen im DAX)
    Die Kosten sind daher sehr gering: Statt der 1-5 % kosten sie nur einen Bruchteil dessen.

    Da ein Fonds in verschiedene Aktien investiert, braucht man nicht mehrere verschiedene Fonds, sondern nur einen, der bestenfalls weltweit investiert. So hatte ich 2/3 meines Vermögens in dem „Amundi Prime Global UCITS ETF DR (C)“ (ISIN: LU2089238203). Dessen Index „Solactive GBS Developed Markets Large & Mid Cap“ bildet große und mittelgroße Unternehmen aus Industrieländern ab, kostet nur 0,05 % der Anlagesumme pro Jahr und ist thesaurierend, etwaige Ausschüttungen werden also sofort wieder in den Fonds investiert.

    Nachhaltigkeit

    Der Begriff Nachhaltigkeit darf heutzutage natürlich nicht mehr fehlen. Trotz meiner politischen Überzeugung schwenkte ich erst vor kurzem auf einen nachhaltigen Fonds für meine hauptsächliche Anlage und investiere nun in den „Amundi MSCI World SRI Climate Net Zero Ambition PAB UCITS ETF Acc“ (ISIN: IE000Y77LGG9). Inzwischen braucht es dafür aber nicht mehr unbedingt politische Überzeugung, denn Klimaschutz ist ein Wettbewerbsvorteil geworden.

    Absichern

    Aktienkurse unterliegen Schwankungen. Krisen, von denen wir ja leider viel zu viele haben, beeinflussen die Weltwirtschaft immer wieder und so kommt es immer wieder zu Wertverlusten.

    Die allgemeine Empfehlung lautet daher, für einen Teil der Geldanlage eine sichere Anlageform, also in Tages- oder Festgeld zu investieren. Das eine brachte (mir) bisher immer zu wenig Zinsen oder war mir zu starr.

    Bis vor wenigen Monaten hatte ich 1/3 meines Vermögens bei Evergreen (s.o.). Bis ich eine neue Anlageform für den Sicherungsteil gefunden habe, nutze ich Tagesgeld mit 3,irgendwas Prozent Zinsen, die wöchentlich ausgeschüttet werden und mich so daran erinnern, dass das nicht alles sein sollte.

    Spielen

    Dass man mit seiner Geldanlage besser nicht spielt, sollte klar sein. Doch per Sparplan in einen ETF zu investieren, ist ziemlich laaangweilig.

    Wer etwas riskieren möchte, kann einen kleinen Teil des Vermögens in etwas weniger Seriöses investieren. Das können ETFs eines sehr speziellen Indizes sein oder Gold oder eine Kryptowährung oder Aktien einer australischen Silbermine (hatte ich mal) oder, oder, oder.
    Mit der Mine hatte ich Glück: Die stießen irgendwann auf Silber und der Kurs verdoppelte sich. Bei vielem anderen hatte ich kein Glück und ich verlor manchmal alles. Das muss man sich immer bewusst machen und entsprechend nur das investieren, was man ohne Reue verlieren kann.

    Zu diesem Bewusstsein gehört auch, dass man sich natürlich lieber an die Gewinne, als an die Verluste erinnert. Dokumentiert man beides, wird klar, dass die langweilige Geldanlage doch die beste ist.

    Wo

    Als ich noch öfter Aktien handelte, war es günstiger mein Depot bei einer darauf spezialisierten Bank zu haben. Doch inzwischen ist mein Portfolio übersichtlich und mir ist es wichtiger, mein Vermögen im Blick zu haben und nicht mit verschieden Freistellungsaufträgen jonglieren zu müssen. Daher liegt mein Depot inzwischen wieder bei der Bank, bei der auch mein Girokonto ist.

    Empfehlen kann ich Trade Republic, weil es nichts kostet und Kaufgebühren sehr niedrig sind.
    Vorher war ich bei Smartbroker, fand die jedoch gar nicht so smart.

    Zur Auswahl des passenden Depotanbieters liefern Finanztip und Finanzfluss wieder gezielte Infos.

    Infos von anderen

    Wie Geldanlage einfach & sicher funktionieren kann, erklärt Saidi von Finanztip in knapp 10 Minuten.
    In 24:47 Minuten erzählt Thomas von Finanzfluss alles, was jeder über Finanzen wissen sollte.

    Gutes Gelingen!